Zu tun

Carlismus-Route

Geschichte, Thematisch

Multimedia

Mapa Ruta Carlismo
Etxalar
Zumalacárregui
Carga de Lácar
Alle Fotos anzeigen
Mapa Ruta Carlismo
Der Rundweg ruft das historische Vermächtnis des Carlismus in Erinnerung. Diese Bewegung war im 19. Jahrhundert in Navarra sehr präsent und hinterließ in vielen Orten ihre Spuren, wie im Carlismus-Museum von Estella-Lizarra veranschaulicht wird.

Ferdinand VII. verkündete 1830 die Pragmatische Sanktion, mit der das Erbfolgegesetz außer Kraft gesetzt und festgelegt wurde, dass dem König in Ermangelung eines männlichen Nachfolgers die älteste Tochter auf den Thron folgen sollte. Damit wurde Prinz Carlos María Isidro von der Thronfolge ausgeschlossen. So entstand bereits vor dem Tod Ferdinands VII. eine Gruppe, die den Prinzen als Thronerben befürwortete ("carlistas" oder Traditionalisten), sowie eine der erstgeborenen Königstochter Isabella nahe Gruppe ("isabelinos" oder Liberale).

Die Anhänger Isabellas strebten liberale Reformen an, die infolge der Französischen und Industriellen Revolution erforderlich waren. Die Carlisten verteidigten die alte Regierungsform, die Privilegien und den Einfluss der katholischen Kirche und die Wiederherstellung der Sonderrechte. Ein erheblicher Bevölkerungsteil Navarras verfolgte diese Ziele unter dem Motto "Gott, Vaterland und König". Aufgrund der zunehmenden Streitigkeiten kam es zu heftigen Kriegen.
  • Erster Carlistenkrieg (1833 - 1840): Nach dem Tod Ferdinands VII. begannen die Aufstände der Carlisten, die vom liberalen Heer nach und nach unterdrückt wurden. Es entstand ein von Guerillas geführter Krieg, der nur in kleinen strategischen Gebieten Erfolg zeigte. Im Verwaltungsbezirk Estella-Lizarra fanden wichtige Schlachten statt, bei denen sich Zumalacárregui als Militärstratege erwies. Sein Tod und die Erschöpfung der Carlisten führten dazu, dass General Maroto mit Espartero verhandelte und die Verbrüderung von Vergara 1839 schloss, die den Krieg beendete.
  • Zweiter Carlistenkrieg (1846 - 1849): Das Fortbestehen des Carlismus in Navarra war offensichtlich, und seine Vertreter zögerten nicht, sich zur Verteidigung der Sonderrechte erneut zu erheben, als sie von Carlos VI. dazu aufgerufen wurden. Nach dem Tod des Thronprätendenten spaltete sich der Carlismus auf, da Juan III., der andere Sohn Carlos' V., liberal war. So bekannte sich ein Großteil der Carlisten zu gemäßigten Vertretern, während andere eine neokatholische Gruppe bildeten.
  • Dritter Carlistenkrieg (1872 - 1876): Der Carlismus erfuhr eine weitere Erneuerung, als mit dem neuen Prätendenten Carlos VII. ein aktiver, resoluter Mann auftrat, der den zeitgenössischen Gegebenheiten entsprach. Die Rückkehr zur alten Regierungsform wurde nicht mehr angestrebt, doch die Verteidigung der Religion und der Anspruch auf die Sonderrechte der Foralgemeinschaft Navarra waren weiterhin ein fester Bestandteil der Forderungen. Ende 1875 war die Lage der Carlisten in Navarra untragbar, denn sie standen praktisch mittellos da und büßten die San-Cristóbal-Festung in Pamplona ein. Im Jahr 1876 erobert Martínez Campos die Carlisten-Hauptstadt Estella-Lizarra, obwohl die Carlisten verzweifelt bis zum letzten Moment kämpften. Schließlich zogen sich die Carlisten-Trppen auf die andere Seite der Grenze zurück.
    Die Carlismus-Route führt den Besucher zu Schauplätzen der Schlachten und Konfrontationen zwischen Liberalen und Carlisten im 19. Jh. und in Ortschaften, die vor allem im Norden und in Navarras Region Zona Media liegen, wo Verschwörungen, Verhandlungen und militärische Zusammenstöße stattfanden.

  • Wichtige Schauplätze des Carlismus in Navarra:
  • Estella-Lizarra war jahrelang die Hauptstadt des Carlismus und ein wichtiger Militärstützpunkt. Bereits im Ersten Carlistenkrieg ließ sich hier der Hof nieder; während des Dritten Carlistenkriegs galt die Beherrschung Estella-Lizarras für beide Seite als vorrangiges Ziel. Durch die Straßen marschierten die Anhänger des Carlismus und die Thronprätendenten selbst: Carlos V. und Carlos VII.
    - Los Llanos war eine Übungsstätte der Carlisten, an dem das Carlisten-Heer unbedingt einen Zwischenstopp einlegen und exerzieren mussten. Dort wurde Tomás de Zumalacárregui 1833 zum Oberbefehlshaber in Navarra ernannt.
    - Santa-Clara-Kloster: Von dort aus bombardierten die Carlisten die Liberalen, die im August 1873 im San-Francisco-Kloster Zuflucht gesucht hatten.
    - San-Francisco-Kloster: Das heute als Rathaus genutzte Gebäude diente vom 18. bis 24. August 1873 als Verteidigungsanlage der Stadt.
    - El Puy: Maroto ordnete in El Puy die standrechtliche Erschießung der Carlisten-Generäle an, die gegen die Verbrüderung von Vergara (1839) waren.
  • Irache-Kloster in Ayegui: Hier wurde das Hauptkrankenhaus des Carlismus eingerichtet, in dem beide Seiten vereinbarten, sich in den Kämpfen humanitärer zu verhalten.
  • Montejurra: Auf diesem zerklüfteten Berg fand die legendäre Schlacht von Montejurra zwischen den republikanischen Truppen unter General Moriones und den Carlisten unter Brigadier Ollo statt. Drei Tage lang wurde heftig im Regen gekämpft, bis den Carlisten der Sieg gelang. In dieser Gegend findet alljährlich im Mai eine Wallfahrt statt, die von den Carlisten zu Ehren der Mütter Navarras veranstaltet wird.
  • Elizondo: Aufgrund seiner Grenzlage war der Ort sowohl für die anrückenden als auch die abziehenden Truppen ein unvermeidlicher Zwischenstopp. Darüber hinaus diente er den Carlisten als Zufluchtsort, wenn sie von den Liberalen verfolgt wurden. Am 10. Juli 1834 kam es in Elizondodel zu einem Treffen zwischen dem carlistischen Thronprätendenten Carlos V. und General Tomás de Zumalacárregui, der die Carlisten während eines Großteils des Ersten Carlistenkriegs anführte.
  • Lácar: Hier wäre Alfons XII. beinahe in Gefangenschaft geraten. Am 3. Februar 1875 rückten die Liberalen-Truppen bis Estella-Lizarra vor, König Alfons XII. marschierte in der Nachhut. Als die Truppen jedoch vor der endgültigen Eroberung in Lácar Halt machten, kam es zu einem überraschenden Angriff der Carlisten, bei dem der König beinahe gefangen genommen wäre.
  • Altsasu/Alsásua war Schauplatz unzähliger Schlachten: Die Landkreise La Barranca und La Burunda besitzen eine strategisch günstige Lage auf dem Weg nach Pamplona und Estella-Lizarra. Am 22. April 1834 fand in Altsasu/Alsasua eine der ersten wichtigen Militäraktionen zwischen den von Zumalacárregui angeführten Carlisten und den Liberalen unter Quesada statt, wobei letztere unterlegen waren.
  • Puente la Reina war ebenfalls ein wichtiger Durchgangsort auf dem Weg zur Eroberung Pamplonas, weshalb dort viele Schlachten ausgetragen wurden. Der Ort wurde von den Liberalen beherrscht, als im Juli 1835 seine Belagerung durch die Carlisten begann. Die eingekreisten Liberalen sahen sich zum Rückzug gezwungen, bei dem sie überraschenderweise die carlistischen Artilleristen töten konnten, welche die Stadt beschossen hatten. Daraufhin mussten wiederum die Carlisten den Rückzug antreten.
  • Abárzuza war 1834 Schauplatz einer Schlacht zwischen Liberalen und Carlisten. In der Nähe der Santa-Bárbara-Kapelle wurde die Schlacht ausgetragen, die mit dem Sieg des Liberalen-Heers endete.
  • Bera. Am 2. Mai 1872 unternahm der Thronprätendent Carlos VII. die ersten Schritten hin zum Dritten Carlistenkrieg. An jenem Tag kam er nach Bera/Vera de Bidasoa und schickte von dort aus Manifeste an das Heer und die Nation, die mit Begeisterung bei den dort lagernden Carlisten, Glockenschlägen und einem Te Deum in der Kirche gefeiert wurden.
  • Zugarramurdi: Am 16. Juli 1873 kam Carlos VII. zum zweiten Mal nach Spanien und durchquerte diesen Ort. Es war der Tag der "Virgen del Carmen", den er nutzte, um eine Messe zu besuchen, einige Stunden im Ort zu verbringen und die Anhöhe Peña Plata zu besteigen.
  • Etxalar: Am 19. Februar 1876 fand an den Taubenjagd-Türmen in Etxalar eine der letzten Schlachten des Dritten Carlistenkriegs statt. Nach siebenstündigem Kampf zogen sich die Carlisten zurück, woraufhin die Liberalen Bera/Vera de Bidasoa besetzten.
  • Orokieta/Erbiti: Am 4. Mai 1872 griffen die Liberalen in Oroquieta die carlistischen Truppen an. Unter ihnen befand sich auch Carlos VII., der zwar im Haus des Priesters Zuflucht suchte, dann jedoch angesichts der Gefahr, gefangen genommen zu werden, fliehen musste. Hier traten zum ersten Mal das Rote Kreuz in Spanien und einer seiner Gründer, der aus Pamplona stammenden Arzt Nicasio Landa, auf.
  • Etxauri: Am 23. Juli 1873 war der Dritte Carlistenkrieg in vollem Gange. Carlos VII hielt mir seinen Generälen in Etxauri ein Kriegsgericht ab, bei dem der Angriff auf den Ort Ibero geplant wurde, der als erster im Rahmen dieses Feldzugs fiel.
  • Mendigorría: Im Juli 1835 versuchten die Carlisten nach der missglückten Eroberung von Puente la Reina, Mendigorría zu belagern. Nach einer großen Schlacht besiegten die Liberalen die Carlisten.
  • Arróniz: Am 6. März 1834 wurden die Kämpfe bei Arróniz ausgetragen, die mit zahlreichen Verlusten auf beiden Seiten endeten.

    [+ alle daten anzeigen]

    Die Uhrzeiten, Daten und Preise dienen nur zur Orientierung und sollten besser mit dem Betreiber geklärt werden.