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El Encierro

Der "Encierro", das Stiertreiben, ist der Höhepunkt der Sanfermines und macht dieses Fest zu einem Spektakel, das man sich nirgendwo sonst auf der Welt vorstellen könnte. Es wurde aus der Not geboren: Man musste die Stiere irgendwie von außerhalb der Stadt in die Ställe der Arena bringen.

Stiertreiben finden vom 7. bis 14. Juli statt und beginnen am Auslauf von Santo Domingo, wenn die Uhr der San Cernin-Kirche acht schlägt. Dann werden zwei Raketen abgeschossen und die Tiere stürmen los, um hinter den Läufern her die 825 Meter zurückzulegen, die das Tor des Auslaufs von den Gehegen der Arena trennen. Das dauert normalerweise drei bis vier Minuten, aber man kam auch schon auf über zehn Minuten, vor allem deshalb, weil einige Tiere hinter die Herde zurückfielen. 
Gesänge zu Ehren des Heiligen

Vor dem Stiertreiben gibt es einen besonders gefühlvollen Moment,  nämlich dann, wenn die Läufer in geringer Entfernung von den Gehegen, in denen die Stiere eingesperrt sind, ihre zusammengerollten Zeitungen hochheben und vor dem Bild des Heiligen, das in einer Nische der Cuesta de Santo Domingo steht, singen. Das Publikum schweigt respektvoll, wenn folgender Text vorgetragen wird: <EM>"A San Fermín pedimos, por ser nuestro patrón, nos guíe en el encierro dándonos su bendición. Entzun arren San Fermin zu zaitugu patroi zuzendu gure oinak entzierro hontan otoi"</EM>. 'Wir bitten den heiligen Fermín, unseren Schutzpatron, uns beim Stiertreiben beizustehen und uns seinen Segen zu geben'. Dann schreien alle 'Viva San Fermín!' oder baskisch  'Gora San Fermín!' Diese Strophe wird drei Mal hintereinander gesungen: fünf Minuten vor acht, drei Minuten vor acht und eine Minute, bevor das Tor des Geheges geöffnet wird.

Raketen in der Arena

Die dritte Rakete wird in der Arena gezündet und zeigt an, dass die Herde angekommen ist. Ein vierter und letzter Böllerschuss bedeutet, dass endlich alle Stiere in den Ställen der Arena sind und dass das Stiertreiben folglich zu Ende ist.

Eine 3000-teilige Absperrung

Aus Sicherheitsgründen begrenzt eine doppelte Absperrung die Straßen, durch die die Stiere getrieben werden. Sie besteht aus mehr als 3000 Holzelementen, aus Brettern, Pfosten, Toren, usw. Ein Teil der Absperrung steht während der gesamten Dauer der Fiestas, aber andere Teile werden von einer speziellen Arbeitergruppe täglich auf- und abgebaut.</
Die Bedeutung der Hirten

Auf der ganzen Strecke laufen Hirten hinter den Stieren her, die als einzigen Schutz ihren Hirtenstab dabei haben. Ihre Hauptaufgabe besteht darin zu verhindern, dass verantwortungslose Menschen die Stiere von hinten reizen, denn dadurch würde die Gefahr entstehen, dass die Tiere umkehren. Die Hirten sorgen auch dafür, dass Tiere, die zurückgefallen sind oder die irgendwo auf der Strecke stehenbleiben, bis zur Arena weitergehen.

Die 'Dobladores'

Für einen guten Ablauf des Stiertreibens sind auch die 'Dobladores' unerlässlich. Diese Männer kennen sich mit Stieren aus und stellen sich an den Ställen der Arena auf und helfen den Läufern, beim Einlaufen in die Arena fächerförmig auseinanderzustreben und die Stiere damit dazu zu bewegen, so schnell wie möglich in die Ställe zu gehen.

Die beiden Ochsenherden

Die sechs Stiere, die für den Stierkampf am Nachmittag vorgesehen sind, gehen in Begleitung einer ersten Herde Ochsen auf die Strecke zur Arena. Die Ochsen haben während des Treibens eine Leitfunktion. Zwei Minuten nach dem Verlassen der Ställe von Santo Domingo wird eine zweite Herde Leitochsen losgeschickt, die kleiner und langsamer als die ersten sind. Sie haben die Aufgabe, Stiere, die auf der Strecke stehen oder zurückhängen, mit in die Ställe der Arena zu nehmen.


Was man über das Stiertreiben wissen sollte


Für den Zuschauer und vor allem für die Stierläufer ist ein 'Encierro' ein einzigartiges Erlebnis. Die Veranstaltung zeichnet sich durch hohes Risiko und physische Kraft aus.

Wenig erfahrene Läufer sollten sich gründlich über die Gefahren dieses Rennens informieren und über die Maßnahmen, die sie zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz derer, die mit ihnen laufen, unbedingt treffen müssen.

Nicht jeder ist für den Stierlauf geeignet. Man muss nervenstark und in hervorragender körperlicher Verfassung sein und schnelle Reflexe haben. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, sollte nicht daran teilnehmen. Das Risiko darf auf keinen Fall unterschätzt werden.

Die Läufer versammeln sich morgens vor halb acht auf dem Streckenabschnitt zwischen dem Rathausplatz und dem Gebäude des Bildungsministeriums auf der Cuesta de Santo Domingo. Um halb acht werden die Zugangstore geschlossen. Auf allen anderen Streckenabschnitten halten sich bis wenige Minuten vor acht Uhr keine Läufer auf.

Verbote

  • Die Anwesenheit von Minderjährigen auf der Strecke. Personen unter 18 Jahren dürfen an den Stierläufen nicht teilnehmen.
  • Polizeisperren zu übertreten, die die Verantwortlichen für einen guten Verlauf des Rennens für sinnvoll halten.
  • Der Aufenthalt in Bereichen der Strecke, für die die Ordnungshüter den Aufenthalt ausdrücklich verboten haben.
  • Sich vor dem Loslaufen der Tiere in Ecken, tote Winkel, Hauseingänge oder Geschäfte entlang der Strecke zu stellen und dort zu warten.
  • Die Türen von Geschäften oder Häusern entlang der Strecke offen zu halten. Die Eigentümer oder Mieter der Gebäude sind für das Schließen verantwortlich.
  • Der Aufenthalt auf der Strecke in betrunkenem Zustand, unter der Wirkung von Drogen oder in jeder sonstigen unangemessenen Weise.
  • Das Mitführen von Gegenständen, die für den ordnungsgemäßen Verlauf des Encierros ungeeignet sind.
  • Das Tragen von für das Rennen ungeeigneter Kleidung und ungeeigneten Schuhen.
  • Das Reizen oder Rufen der Tiere in jeder Weise und aus allen Gründen, auf der Strecke und in der Arena.
  • Auf die Stiere zuzulaufen oder hinter ihnen herzurennen.
  • Die Tiere festzuhalten, zu bedrängen oder zu misshandeln und auf sonstige Weise ihr Fortlaufen oder ihr Einsperren während der Capeas, der spielerischen Stierkämpfe, zu behindern.
  • Auf der Strecke oder an der Absperrung, den Barrikaden oder in Eingängen stehenzubleiben und so das Laufen oder den Schutz der anderen Läufer zu behindern.
  • Ohne entsprechende Genehmigung von den Straßen, Absperrungen oder Barrikaden aus zu fotografieren.
  • Das Mitführen von Gegenständen, die den ordnungsgemäßen Verlauf und die Sicherheit des Stiertreibens stören.
  • Das Anbringen von Elementen, die horizontal, vertikal oder in den Luftraum der Strecke hineinragen, außer es liegt eine ausdrückliche Genehmigung des Bürgermeisteramtes vor.
  • Jede sonstige Handlung, die den normalen Ablauf des Stiertreibens erschweren könnte.