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DAS KÖNIGREICH DES GEMÜSES

"Navarra ist die internationale Hauptstadt des Gemüses". So bezeichnete Ferrán Adriá den Nutzgarten der Foralgemeinschaft während seiner Rede auf dem 1. Internationalen Kongress "Vive las Verduras", der 2007 in Pamplona stattfand. Darüber hinaus definierte er Gemüse als "ein Produkt, das mit dem Gebiet und der nationalen Gastronomie verbunden ist." Doch der renommierte Küchenchef ist nicht der einzige, der das lokale Produkt lobt. Der Koch Joan Roca betrachtet es als "gastronomisches Erbe, das unterstützt und gepflegt werden muss" und selbst der Begründer des Konzeptes der Gastrobotanik und Anführer der Grünen Revolution, Rodrigo de la Calle, wagt die Äußerung, dass Tudela "der kulinarische Himmel des Gemüses" sei.

Denn der Gemüsegarten Navarras ist eine der größten Speisekammern des Landes, das sich damit rühmt, über 6 Herkunftsbezeichnungen, 6 geschützte geographische Angaben und 4 Qualitätszertifizierungen zu verfügen. Dabei ist die Gemeinde Mendavia mit nicht weniger als elf Zertifizierungen auf 78 km2 der Ort mit den meisten Herkunftsbezeichnungen DO Spaniens.

VON DER ERDE AUF DEN TISCH
Doch diese Qualität der Rohzutaten kommt nicht von ungefähr. Der Fluss Ebro sorgt in seinem Verlauf durch Navarra auf dem gesamten Weg für einen fruchtbaren Boden, der als La Mejana bezeichnet wird. Zusammen mit dem Klima und der Kultur, die in der Vergangenheit durch das Miteinander von Juden, Arabern und Christen entstand, ermöglicht er den Anbau von einzigartigem, besonderem Gemüse, bei dem Artischocken, Spargel, Borretsch, Cardy oder Piquillo-Paprika – auch unter der Bezeichnung „Rotes Gold“ bekannt – hervorzuheben sind. Stets mit der Gastronomie Navarras verbundene Produkte, die bei der täglichen Ernährung der Menschen in Navarra aufgrund ihrer harntreibenden, antioxidativen und krankheitsvorbeugenden Eigenschaften gesunde, ausgewogene Gerichte hervorgebracht haben.



Diese kleinen einheimischen Köstlichkeiten spielen die Hauptrolle bei der großen Auswahl an typischen Gerichten Navarras, die man von Norden nach Süden probieren kann: Den traditionellen Gemüseeintopf, Cardy mit Mandeln und Schinken, Artischocken mit Venusmuscheln, Borretsch mit Kartoffeln, Ardanzopa (Suppe mit Wein und Brotkrumen) oder Zurrukutun, eine Suppe, die aus den restlichen Gemüse-Säften hergestellt wird, die für die Heilsamkeit und den kulinarischen Reichtum Navarras typisch sind. Doch zweifellose ist weißer Spargel der große Botschafter, der sich durch seine weiße Farbe, weiche Textur und seinen leicht bitteren Geschmack auszeichnet. Er ist Bestandteil der meisten Rezepte, auch wenn er schon für sich allein eine Delikatesse darstellt.




VERANSTALTUNGEN RUND UM DAS GEMÜSE

Um die guten Eigenschaften des Gemüses zu loben, das dieses Gebiet hervorbringt, finden in Tudela im Laufe des Jahres mehrere gastronomische Veranstaltungen statt, in deren Rahmen unzählige Angebote bestehen wie Pincho-Routen und Menüs, Führungen, Wettbewerbe mit Gemüsegerichten, Workshops, Vorträge, Konzerte und zahlreiche Aktivitäten, die mit diesem Produkt in Zusammenhang stehen, das im Landkreis La Ribera de Navarra so viel Stolz hervorruft.

Im Frühjahr finden zwischen den letzten April- und den ersten Maitagen die Jornadas de Exaltación y Fiesta de la Verdura (Tage der Lobpreisung und Fest des Gemüses) statt, die von La Orden del Volatín und der Gemeinde Tudela veranstaltet werden. Und im Winter gibt es Ende November eine weitere Veranstaltung namens Inverduras.