Jakobsweg

Bescheinigungsstempel und Compostela

Bescheinigungsstempel und Compostela

Wenn man sich mit dem Gedanken trägt, den Jakobsweg zu gehen, sollte man sich vorbereiten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Im Folgenden geben wir eine Reihe von grundlegenden Tipps, die man für die Pilgerreise berücksichtigen sollte.

Planung

Man sollte einen Etappenplan erstellen und dabei berücksichtigen, dass üblicherweise zwischen 25 und 30 Kilometer pro Tag zurückgelegt werden. Vorzugsweise sollte man für den Anfang kürzere Etappen einplanen, damit sich der Körper an die Belastung gewöhnen kann. Man sollte auch Ruhetage nicht vergessen, die man an den Orten verbringen kann, die einen am meisten interessieren. Wir raten Ihnen, nahestehende Personen über Ihre Reisepläne und Daten zu informieren, damit Sie in Notfällen erreicht werden können.

Beschilderung  

Der Jakobsweg ist eine gut ausgeschilderte Strecke, so dass der Pilger lediglich dem gelben Pfeil zu folgen braucht, um seine Entdeckungen auf der Strecke zu genießen.
Die Beschilderung ist zwar uneinheitlich, doch die Angaben zu der zurückzulegenden Strecke sind eindeutig: Gelbe Pfeile, Informationstafeln, Metallschilder, Keramikplatten, Plexiglas-Pfeile usw. Sie zeigen dem Pilger die richtige Richtung. Darüber hinaus können Sie auf weitere „nicht offizielle“ Beschilderungen stoßen wie beispielsweise kleine Steinhaufen und Kreuze, die die Pilger auf ihrem Weg zurücklassen.

Wo beginnen

Gewöhnlich zweifelt man bei der Entscheidung, wo man den französischen Weg beginnen soll. Es muss daran erinnert werden, dass die Etappe von St. Jean de Pied de Port nach Orreaga/Roncesvalles die härteste von allen ist, nicht so sehr, was die Distanz betrifft, sondern den starken Höhenunterschied, der über 1000 Meter beträgt. Für die gut Vorbereiteten lohnt es sich also, die Pyrenäen zu überschreiten und den Weg in dem hübschen Ort im französischen Baskenland zu beginnen. Für alle anderen Pilger ist es ratsam, die Strecke auf dem leichteren Abschnitt ab Orreaga/Roncesvalles zu beginnen.

Wann ist die beste Zeit'

Im Sommer ist gutes Wetter garantiert, aber dann sind auch die meisten Menschen unterwegs und es kann schwierig werden, eine Unterkunft zu finden. Im Winter, von Oktober bis März, kann es viel regnen oder sogar schneien. September und Mai sind ideale Monate, da das Wetter meist angenehm ist und nicht zu viele Pilger unterwegs sind. Wenn Sie aus einem kälteren Klima stammen, denken Sie daran, dass es wichtig ist, sich progressiv an die Sonne zu gewöhnen.

Ernährung und Hydratation

Es wird empfohlen, kohlenhydratreiche Nahrung zu sich zu nehmen: Brot, Getreide, Marmelade, Wurstwaren, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Kekse, Energieriegel, Obst und getrocknete Früchte. Vorzugsweise erhöht man die Anzahl der Mahlzeiten am Tag, da so jedesmal eine bessere Lebensmittelverdauung stattfindet. Wenn man morgens läuft, muss das Frühstück üppig sein, abends aber ist es besser, leicht zu essen, und zwar schon zwei Stunden vor dem Aufbruch. Auf dem Weg beliefern Sie frisches Obst und Trockenfrüchte mit der notwendigen Energie.

Man muss außerdem unbedingt viel trinken, um ein Austrocknen des Körpers zu vermeiden. Es darf nicht gewartet werden, bis man Durst hat, denn dieses Symptom stellt sich ein, wenn der Körper bereits angefangen hat zu dehydrieren. Bei großer Hitze wird empfohlen, dem Wasser Salz beizufügen, sogar einen halben Teelöffel Bikarbonat. Vorsicht bei Quellen, Bächen und Bewässerungsgräben am Weg. Unbedingt sicherstellen, dass das Wasser trinkbar ist.

Bekleidung und Schuhwerk

Die Kleidung sollte leicht und atmungsaktiv sein, nicht einengen, isolierend und leicht zu waschen und zu trockenen. Die unverzichtbare Kleidung mitnehmen (drei Hemden, zwei Hosen, drei Garnituren Unterwäche und Strümpfe). Nicht zu vergessen sind Hut oder Mütze, Sonnenbrille und eine Regenjacke oder Regencape.

Das Schuhwerk sollte leicht und mit breiten Leisten sein, gedämpft, bequem; sie sollten die Knöchel vor möglichem Umknicken schützen und geeignet sein, auf unregelmäßigem Terrain zu laufen. Wenn es neu ist, wird empfohlen, zwei oder drei Wanderungen von 10 bis 15 Km. damit zu unternehmen, bevor man sie auf dem Weg anzieht. Es wird empfohlen, Strümpfe aus Baumwolle zu benutzen, gepolstert und atmungsaktiv, welche die Füße vor Abschürfungen und Blasen schützen. Nach dem Marsch Schlappen oder bequeme Sportschuhe anhiehen. Wenn das Schuhwerk während der Etappe feucht geworden ist, kann es leicht wieder getrocknet werden, indem man ein Blatt Zeitungspapier hineinstopft. Wenn man diese Operation dreimal wiederholt, hat das Papier die gesamte Feuchtigkeit absorbiert, und die Schuhe sind bereit für den nächsten Tag.

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Rucksack

Der Rücksack muss sich in Gewicht und Größe dem Pilger anpassen; er muss leicht sein, anatomisch und mit Riehmen an Brust und Hüfte versehen sein. Es ist wichtig, dass er gefüllt nicht 10% des Gewichts des Pilgers übertrifft, bei einem Maximum von 9 Kilo. Um die Kleidung geordnet aufzubewahren und die Übertragung von Gerüchen und das Eindringen von Regenwasser zu verhindern, ist es ratsam, den Rucksack mit einem großen Müllbeutel auszuschlagen und die Kleider in kleine Plastiktüten zu stecken. Die schwersten und voluminösesten Objekte sollten vertikal und in Rückennähe verstaut werden. Ein unangemessenes Gewicht kann Schmerzen im Rücken und in den Füßen verursachen. Die Führer, Fotoapparate und andere Objekte, die häufig benutzt werden, sollten griffbereit eingepackt werden, damit nicht jedesmal der Rucksack ausgepackt werden muss.

Reiseapotheke

Es ist sehr wichtig, Medikamente gegen die häufigsten Beschwerden (Erkältung, Kopf- oder Magenschmerzen, Insektenstiche, Blasen usw.) Schere, Nadel und Faden, um Fußblasen zu kurieren, Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor, Creme gegen Muskelschmerzen, Ibuprofen, Pflaster und Entspannungscreme für die Füße.

Weitere praktische Utensilien

Wir empfehlen: ein Stück Seife zum Waschen der Kleider, Dosenöffner, Messer und Löffel, Taschenlampe, Stecknadeln, Wäscheklammern, Ohrenstöpsel, Toilettenpapier, ein Handtuch und Schulterpolster, um das Einschneiden der Rucksackträger zu vermeiden. Töpfe und Pfannen mitzuschleppen wäre ein Fehler, aber Ihren Schlafsack und die Isomatte sollten sie nicht vergessen, denn einige Herbergen bieten Schlafplätze auf dem Boden an. Den Rad fahrenden Pilgern empfehlen wir ein Fahrradschloss, einen Helm und eng anliegende Kleidung. Wanderstöcke helfen, das Gewicht zu tragen und schützen die Köchel- und Kniegelenke.

Pflege des Weges

Es liegt in der Verantwortung aller, den Weg sauber zu halten und die Müllcontainer und die Hygieneeinrichtungen zu benutzen, die sich entlang des Weges oder in den jakobeischen Ortschaften befinden. Niemals Schuhe oder Kleidung auf dem Weg zurücklassen.

Sicherheit auf dem Camino

Die örtliche Policía Foral hat ein spezielles Überwachungsgerät zum Schutz des Pilgers auf dem Jakobsweg eingeführt. In dieser Broschüre werden Sicherheitsmaßnahmen empfohlen

Wenn Sie entlang einer Straße laufen, gehen Sie immer auf der linken Seite, dem Verkehr entgegen. Es ist nicht ratsam, bei Dunkelheit zu laufen. Wenn Sie es trotzdem tun, verwenden Sie reflektierende Elemente.

Stehen Sie früh auf, um die heißeste Tageszeit zu umgehen und nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich.
                                            

                                          Guten Weg!

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