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Sancho III. der Große als Urheber des Camino Francés

Sancho Garcés III, genannt el Mayor (der Große), war von 1004 bis zu seinem Tod im Jahr 1035 König von Pamplona. Er gilt als wichtigster König der Provinz Navarra. Die meiste Zeit seiner Herrschaft war er der Herrscher mit der größten Macht auf der Iberischen Halbinsel. Ihm werden die Europäisierung des spanischen Gebietes, die Münzprägung und die Impulsgebung für den Jakobsweg zugeschrieben.

Als er den Thron bestieg, verlief der Weg durch Roncesvalles, Pamplona, Irurtzun, Uharte Arakil, Salvatierra, Miranda de Ebro und Burgos; allerdings änderte er den Streckenverlauf, um seine Herrschaftsgebiete zu kontrollieren. Hierzu leitete er ihn nach Süden um und nutzte dabei alte Römerstraßen, die er durch Puente La Reina, Estella, Logroño, Nájera, Santo Domingo de la Calzada und Burgos verlaufen ließ. Dieser Weg war etwas kürzer und offener, es gab weder Engpässe noch Schluchten und er erleichterte den Handelsverkehr sowie die Bewegung seines Heeres.

In diesem Sinne hebt die Historia Silense ( 12. Jh.) seine bedeutende Rolle bei der Konsolidierung des Camino Francés hervor: „Von den Gipfeln der Pyrenäen bis zur Stadt Nájera ließ er den Jakobsweg ohne Hindernisse verlaufen, während zuvor die Pilger aus Furcht vor den Barbaren einen Umweg durch die unwirtliche Provinz Álava nahmen.“

Der Camino Francés wurde zum großen übergreifenden Weg für die Kommunikation der christlichen Königreiche im Norden Spaniens. Dabei wurde Sancho der Große von seiner Gemahlin Doña Mayor unterstützt. Hypothesen zufolge hatte diese die Errichtung der auf der Strecke berühmtesten Brücke, der romanischen Puente la Reina, befohlen, die den Pilgern das Überqueren des Flusses Arga erleichterte.

Sancho der Große verbesserte nicht nur den Verlauf und die Sicherung der Strecke, sondern leitete Maßnahmen ein, um die Gastfreundlichkeit gegenüber den Pilgern zu fördern. Er setzte bestimmte steuerliche Anforderungen außer Kraft, denen diese unterworfen waren. Er gründete das Kloster San Juan de la Peña (Jaca), das im Zusammenhang mit dem Camino Aragonés steht und förderte den cluniazensischen Klosterverband, der sich um Orden zusammenschloss, in Spanien. Dieser spielte für die Entwicklung der Strecke eine bedeutende Rolle.

Definitiv wurde er bei der Förderung des Jakobsweges bis Mitte des 11. Jh. zum einflussreichsten Monarchen. Dabei wurde ein Prozess eingeleitet, den zwei Könige in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts beenden sollten, indem sie sich sowohl auf seinen großen spirituellen Wert gegenüber dem Islam als auch seinen unbestreitbaren sozioökonomischen Nutzen konzentrierten. Wir beziehen uns auf seinen Enkel Alfons VI. in Kastilien und León und Sancho I. Ramírez in Aragón und Navarra. Diese Monarchen errichteten die Stecke des Französischen Weges, wobei sie seinen Wandel zu einem großen Weg des europäischen Mittelalters vorantrieben, wie es um 1130 in dem berühmten Pilgerführer des Jakobsbuchs beschrieben werden sollte.